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Minimalinvasive Chirurgie - Laparoskopie

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Die Klinik für Urologie und Urologische Onkologie der MHH bietet folgende minimalinvasive Eingriffe an:

  • EERPE - Endoskopische extraperitoneale radikale Prostatektomie
  • Laparoskopische Nephrektomie
  • Laparoskopische Nephroureterektomie
  • Laparoskopische partielle Nephrektomie
  • Laparoskopische Nierenzystenentfernungen
  • Laparoskopische Zystektomie
  • Laparoskopische Adrenalektomien

Laparoskopie – Schlüssellochchirurgie

Die Laparoskopie - auch bekannt als Videochirurgie, Knopflochchirurgie oder minimalinvasive Chirurgie - ist eine Operation über eine (Bauch-)Spiegelung. Über 5 bis 10 Millimeter große Hautschnitte werden eine Kamera und Instrumente in das Operationsfeld eingebracht. In der urologischen Tumorchirurgie werden insbesondere Nierentumore, Prostatatumore und fortgeschrittene Harnblasentumore mit dieser Methode behandelt. Die Kamera überträgt das Bild vergrößert vom Operationsgebiet auf einen Bildschirm, so dass der Operateur und das gesamte Team ständig das OP-Feld kontrollieren können. Die ersten Geräte für Einblicke in die Körperhöhlen entwickelte der Mediziner Bozzini 1806. Von hier war es ein langer Weg über nunmehr fast 200 Jahre, bis die Geräte einen routinemäßigen Einsatz ermöglichten. Zuerst wurde in der Gynäkologie laparoskopisch operiert, danach in der Chirurgie. Das Entfernen der Gallenblase mittels der Knopflochchirurgie zum Beispiel, ist inzwischen allgemein verbreitet. Die ersten Versuche, Licht in Körperhöhlen zu bringen, fanden bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts statt.

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Wie funktionieren minimalinvasive Verfahren?

Der chirurgische Zugangsweg

Notwendig ist eine Vollnarkose. Nach bis zu fünf kurzen Hautschnitten führen die Chirurgen kleine Instrumente in den Bauch oder das Becken der Patienten ein. Eine Kamera ermöglicht es den Chirurgen, das Operationsfeld mit fünf- bis zehnfacher Vergrößerung an einem Bildschirm zu überblicken. Eingriffe können direkt durch die Bauchhöhle oder nach Schaffung einer „künstlichen“ Höhle mit einem aufblasbaren Ballon, der das Bauchfell mit den dahinter befindlichen Darmanteilen verdrängt, durchgeführt werden. In der so geschaffenen ,,Höhle“ können die Chirurgen die Instrumente frei bewegen und Niere, Blase oder Prostata operieren.

Schlüsselloch-Chirurgie bei Prostatakrebs - Endoskopisch-extraperitoneale, radikale Prostatektomie (EERPE)

Das Prostatakarzinom ist heute in fast allen entwickelten Länder die häufigste Tumorerkrankung des Mannes. Jährlich erkranken in Deutschland ca. 31.500 Männer an Prostatakrebs und etwa 12.000 versterben an den Folgen des Tumors. Damit ist dieser Krebs die zweithäufigste Krebstodesursache beim Mann nach Lungenkrebs, obwohl durch eine frühzeitige Entdeckung die Heilungschancen enorm gesteigert werden konnten.

  • Operation: Hier stehen offen operative (mit einem Bauchschnitt) und minimalinvasive (Schlüssellochchirurgie) Verfahren zur Verfügung.
  • Strahlentherapie: Die Prostata kann sowohl von außen durch die Haut (externe Radiatio), als auch von innen (Brachytherapie-"Seed-Implantation") bestrahlt werden.
  • Medikamentöse Therapie: In Abhängigkeit von Alter, Nebenerkrankungen, Tumorbefund und Operationsrisiken, kann eine medikamentöse Tumortherapie, wie ein Hormonentzug sinnvoll sein.
  • „Wait and See“: Auch das kontrollierte Abwarten mit regelmäßigen Kontrollen kann unter bestimmten Bedingungen eine mögliche Behandlungsoption sein.

Die operative Therapie der Wahl bei einem lokal begrenzten Prostatakarzinom ist die vollständige Entfernung der Prostata einschließlich der Samenbläschen. Dieser Eingriff gehört zu den häufigsten tumorchirurgischen Eingriffen in der Urologie.


Neben den klassischen Schnittoperationen kommen auch minimal-invasive Therapieverfahren zur Anwendung. Ein derartiges Verfahren, die sogenannte "endoskopisch-extraperitoneale radikale Prostatektomie" (EERPE), wird seit 2001 an der Klinik für Urologie und Urologische Onkologie durchgeführt, so dass von einer sehr gut etablierten Operationsmethode gesprochen werden kann. Diese Therapie erweitert das bestehende operative Spektrum (die offene radikale Prostatektomie über einen Bauchschnitt) unserer Klinik, so dass wir jedem Patienten eine individuell angepasste operative Therapie anbieten können.

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Wie funktioniert die EERPE?

Über fünf kleine Hautschnitte unterhalb des Bauchnabels führt der Urologe bei der EERPE kleine Instrumente in das Becken des Patienten ein. Ein am Anfang der Operation eingeführter Ballon drängt das Bauchfell und die dahinter liegenden Darmanteile zurück. In diesen "künstlichen" Hohlraum werden dann die Instrumente eingeführt, wobei es eine Kamera ermöglicht, das Operationsfeld auf einem Monitor in fünf- bis fünfzehnfacher Vergrößerung zu überblicken. Hierdurch ergibt sich eine sehr gute Sicht im Operationsgebiet.

Vorzüge dieses Verfahrens sind ein minimalinvasiver Zugangsweg, eine deutlich verbesserte Visualisierung des Operationsfeldes (Kameraoptik, Monitor), ein Blutverlust von weniger als 200 ml während der Operation. Die Katheterverweildauer nach der Operation beträgt im Durchschnitt 7 Tage. Zuvor wird die Dichtigkeit der Anastomose (Verbindung der Harnröhre mit der Harnblase) durch eine Röntgenuntersuchung überprüft. Der minimalinvasive Zugangsweg (kleine Schnitte) trägt zu einer schnelleren Rekonvaleszenz (Genesung) unserer Patienten bei.


Auch nach der EERPE empfehlen wir allen Patienten eine Anschlussheilbehandlung (Kur) zur weiteren Genesung und unterstützenden Therapie

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Für welche Patienten ist die Methode geeignet?

Die EERPE kann bei auf die Prostata beschränkten Tumoren ohne Hinweise auf eine Tumorstreuung eingesetzt werden. Für Patienten mit einer schweren Herzerkrankung und nach ausgedehnten Eingriffen im Bauchraum ist dieses Verfahren unter Umständen nicht sinnvoll. Wir beraten Sie diesbezüglich gerne.

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Schlüsselloch-Chirurgie bei Nierentumoren, Nierenbecken- oder Harnleitertumoren

Auch Nierentumore können über einen minimalinvasiven Zugang behandelt werden. Bei größeren Nierentumoren kann es sinnvoll sein, das Organ komplett über einen minimalinvasiven Zugang zu entfernen. Handelt sich um einen kleineren Nierentumor (<4 cm), so kann über den minimalinvasiven Zugang der tumortragenden Anteil der Niere entfernt werden, also eine partielle Nephrektomie durchgeführt werden. Um Das Organ oder Teile des Organs aus der Operationshöhle zu bergen, wird einer der Hautschnitte auf eine Länge von ca. 4-5 cm erweitert. Handelt es sich bei dem Tumor um ein vom Nierenbecken ausgehenden Tumor, so muss zusammen mit der Niere der gesamte Harnleiter entfernt werden. Auch dieser Eingriff kann mit der Schlüssellochchirurgie durchgeführt werden.

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Organerhaltende minimalinvasive Operation von Nierentumoren

Kleine, auf die Nierenrinde begrenzte Tumor können auch organerhaltend mit einer minimalinvasiven Operation behandelt werden. Hierzu wird während der Operation die Durchblutung der Niere für kurze Zeit unterbrochen und der Tumor aus dem umgebenden Gewebe ausgeschält. Nach Verklebung der Wunde wird die Durchblutung wieder freigegeben. Dieses Vorgehen setzt voraus, dass das Nierenbecken und die Nierengefäße vom Tumor nicht betroffen sind. Besonders empfehlenswert ist diese Therapie bei Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion oder mit einer Einzelniere.

Schlüsselloch-Chirurgie bei fortgeschrittenen Blasentumoren

Jährlich erkranken in der Bundesrepublik Deutschland schätzungsweise 13.000 Männer und 5.000 Frauen. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter ab dem 40sten Lebensjahr an.

Man unterscheidet den oberflächlichen und den aggressiven, muskelinvasiven Blasenkrebs:

  1. Der oberflächliche Blasenkrebs ist mehr oder weniger auf die Schleimhaut beschränkt und ein eher gutartiger Typ. Er stellt 80 Prozent der Blasentumore dar.
  2. Der aggressive Typ wächst in die Blasenwand und in die Muskulatur der Harnblase ein.

Der oberflächliche Blasentumor tritt häufig nach Abschluss der Behandlung erneut auf (Rezidiv). Zur Behandlung der oberflächlichen Tumoren verwenden wir die klassische transurethrale Resektion, welche wir mit Lasertechnik kombinieren können. Der zweite, aggressive Typ zeigt häufig ein fortschreitendes Wachstum. Daher empfiehlt man hier eine Operation zur Entfernung der Harnblase. Die Möglichkeiten einen Ersatz für das Speicherorgan Harnblase zu finden sind vielfältig. Sie reichen von einer Urinableitung in einen Beutel (Ileum-Conduit nach Bricker) bis zum vollständigen Ersatz der Blase durch eine "neue Blase" aus eigenem Darm (Neoblase nach Hautmann oder Studer). Das gesamte Spektrum des Harnblasenersatzes wird in unserer Klinik angeboten. Die Entfernung der Harnblase kann in unserer Klinik über einen minimalinvasiven Zugang durchgeführt werden. Man kann hierdurch den operationsbedingten Blutverslust reduzieren. Der Operationsteil zur Konstruktion einer Urinableitung kann dann über einen kleineren Hautschnitt erfolgen.

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