
Andrologie lässt sich wörtlich vom griechischen „andros“ – Mann und „logos“ - Lehre ableiten und wird als „Männerheilkunde“ bezeichnet. Andrologie umfasst alle Bereiche der Medizin und der Naturwissenschaften, die sich mit den Fortpflanzungsfunktionen des Mannes unter physiologischen (normalen Lebensvorgängen) und pathologischen (krankhaften Lebensvorgängen) Bedingungen auseinandersetzen. Somit ist die Andrologie die männliche Entsprechung der Gynäkologie.
Im Rahmen unserer Spezialsprechstunde für Andrologie werden die folgenden Themen behandelt:
Ein Paar wird als unfruchtbar bezeichnet, wenn trotz eines bestehenden Kinderwunsches nach einem Jahr mit regelmäßigem und ungeschütztem Geschlechtsverkehr eine Empfängnis ausbleibt. Die Ursache kann hierfür sowohl beim Mann als auch bei der Frau zu finden sein. Verschiedene Faktoren, wie z.B. Umwelteinflüsse, Bedingungen am Arbeitsplatz, Infektionen, Störungen des Hormonhaushaltes, Fehlbildungen, Tumoren, genetischen Faktoren, Erkrankung anderer Organe (Herz-Kreislauf, Leber, Niere, etc.), Verletzungen und Voroperationen, beeinflussen die Zeugungsfähigkeit des Mannes. In einer Vielzahl der Fälle ist jedoch die genaue Ursache nicht ersichtlich. Im Rahmen unserer Spezialsprechstunde versuchen wir, die möglichen Ursachen einer Zeugungsunfähigkeit abzuklären und zu behandeln. Kann die Ursache der Zeugungsunfähigkeit nicht behandelt werden, helfen häufig nur noch operative Verfahren zur Gewinnung von Keimzellen aus dem Hoden. Das gewonnene Gewebe kann sowohl für eine künstlichen Befruchtung (Insemination, IVF, ICSI), als auch für eine weiterführende Diagnostik dienen. Hiefür bieten wir zahlreiche mikrochirurgische Verfahren an, wie z.B. die Gewinnung von Samenzellen aus dem Hoden- und Nebenhoden (MESA, TESE). Eine besondere Situation stellt die künstlich herbeigeführten Unfruchtbarkeit des Mannes durch Sterilisation / Vasektomie dar. Für diesen Fall bieten wir, nach ausführlicher Beratung des betroffenen Paares, ein mikrochirurgisches Verfahren zur Rückgängigmachung der Samenleiterdurchtrennung, die sogenannte Vasovasostomie, an.
Die mangelnde Versteifung des Penis, bzw. die ungenügende Dauer der Versteifung über eine Mindestdauer von 6 Monaten bei mehr als 70 % der Geschlechtsverkehrversuche, wird als erektile Dysfunktion bezeichnet. Eine andauernde Erektionsstörung, die einen partnerschaftlichen Verkehr unmöglich macht ist eine anerkannte Krankheit. 150 Mio. Männer weltweit leiden an einer Form der sexuellen Dysfunktion. Insgesamt wird die Zahl der betroffenen Männer in Deutschland auf ca. 3 bis 5 Millionen geschätzt. Sie kann entweder als isolierte Erkrankungen (z.B. nur den Penis betreffend) auftreten. Häufig ist sie jedoch Folge anderer Erkrankungen, wie z.B. Diabetes mellitus (Zuckererkrankung), Hypertonus (Bluthochdruck), neurologische oder psychiatrische Erkrankungen, Trauma oder Operationen im kleinen Becken, Medikamente, Strahlentherapie.
Das Auftreten einer erektilen Dysfunktion kann auch ein erster Hinweis für andere zugrunde liegende Störungen, z.B. eine koronare Herzerkrankung sein. Zur Behandlung der Erektionsstörung stehen uns heute eine Vielzahl von medikamentösen und operativen Möglichkeiten zur Verfügung. In unserer Sprechstunde bieten wir eine umfassende Beratung, sowie ein breites Spektrum an Untersuchungen und therapeutischen Möglichkeiten an.
Wir danken der Firma AMS Medical Solutions für die Bereitstellung des gezeigten Bildmateriales.
Hierbei handelt es sich um eine Befindlichkeitsstörung des Mannes im Rahmen des normalen Alterungsprozesses, welcher durch ein Absinken des männlichen Geschlechtshormons bei steigendem Lebensalter charakterisiert ist. Es handelt sich dabei nicht um einen krankhaften, sondern vordergründig um einen physiologischen (normalen Lebensvorgang) Prozess. Ein Absinken des Testosteronspiegels tritt zwischen dem 40 und 70 Lebensjahr um etwa 1 % pro Jahr auf. Etwa 20-50% der 50- bis 60-jährigen Männer weisen einen Testosteronspiegel unterhalb der Norm auf. Ein Testosteronmangel (Mangel an männlichem Geschlechtshormon) durch Störung der Hormonbildung im Hoden kann zu teilweise schweren Störungen des Wohlbefindens und Störungen der Körperfunktion z. B. Knochenstoffwechsel, kognitive Funktionen, Stimmung, Libido und Erektionsfähigkeit führen. Auch genetische Ursachen können bei einem Testosteronmangel eine Rolle spielen. Der Wunsch auch im Alter eine hohe Lebensqualität zu bewahren steigt bei einer Zunahme der Lebenserwartung. Hierbei kann eine medikamentöse Substitution nicht nur die Lebensqualität verbessern sondern auch schweren Folgeschäden z.B. Knochenbrüchen vorbeugen. In unserer Sprechstunde beraten wir sie gerne über die Möglichkeiten einer Testosteronbehandlung.